„Alle Tiere sind gleich,
aber manche sind gleicher.“

Es hätte der Beginn einer neuen Zeit sein können! Die Tiere auf der „Herrenfarm“ haben es geschafft, ihren faulen und trunksüchtigen Bauern zu vertreiben, nachdem er sie jahrelang nach Strich und Faden ausgebeutet hat. Das Leben in Unterdrückung und Leid scheint Geschichte zu sein. Fortan wollen sie die „Farm der Tiere“ gemeinsam und in Harmonie bewirtschaften – jeder soll seinen Beitrag leisten und wird dafür entsprechend entlohnt. Der neue Slogan heißt „Alle Tiere sind gleich“. Doch ihre Hoffnung auf Gleichheit und ein Leben in Freiheit wird allmählich durch den Machthunger einer Gruppe Schweine unterwandert. Durch ihre Klugheit und Wortgewandtheit schaffen es die Schweine, die anderen Tiere, die keine Fragen stellen und alle Entscheidungen der Schweine gutgläubig hinnehmen, an sich zu binden und die Führung der Farm durch ein Geflecht aus Lügen, Angst und Gewalt an sich zu reißen. Sind manche Tiere also gleicher?

George Orwells 1945 erschienener Roman beschreibt die Machtverlagerung innerhalb einer bestehenden Gruppe. Mit einfachen Parolen gelingt es den Schweinen, die anderen Tiere für ihre neue Idee einzunehmen und sich an die Spitze der Gruppe zu stellen. Orwells Parabel wird so zu einer zeitlosen Warnung vor Machtmissbrauch und Sorglosigkeit, die zum Scheitern einer Revolution führen können.

„Leider zeigt „Farm der Tiere“ nicht das Gelingen einer Revolution – das Schwein Napoleon wird durch eine populistische Politik zum totalitären Herrscher der Farm der Tiere. Uns hat es interessiert, diese Vorgänge auseinanderzunehmen: Wie funktioniert Populismus? Welche Ressentiments und Instinkte bedient er und welche Rhetorik verwendet er dafür? Wie können wir uns gegen Populisten und ‚den starken Mann‘ wehren?“

(David Schnaegelberger, Inszenierung)

Fotos: Martin Büttner

Eintrittspreis – Einzelkarte:
19,00 € (Einheitspreis auf allen Plätzen)