Des Menschen hohes Streben ist ihm ins Stocken geraten. Alt ist er worden. Genuss versagt er sich. Jedwedes Denken empfindet er als klein. Die Welt aber scheut er als zu groß. Ihm bleibt… Was? Esoterik und Alchemie?! Er befragt sein Leben. Das Fazit ist Defizit. Bleibt der Freitod. Sterben als letztes, großes Experiment?

An diesem Punkt begegnet man der berühmtesten deutschen Theaterfigur zu Beginn der Tragödie: Faust. Und begleitet ihn im Folgenden in den Frühling, trifft auf den Teufel, dessen Freund er wird, und Hexen. Er verjüngt sich, dieser Mann in der Krise. Man nimmt Drogen mit Faust, findet mit ihm die Liebe, sucht die Einsamkeit, verrät, tötet, verzweifelt mit ihm. Am Ende des ersten Teils ist er ein Mörder auf der Flucht, der die Geliebte, die ihrer beider Kind tötete, aus dem Kerker befreien will und ihr beim Irrewerden zusehen muss.

Man mag es der Großartigkeit dieses Werkes zuschreiben, dass man seit seiner endgültigen Fertigstellung 1808 nicht müde wird, es zu deuten und auszulegen. In dem neuen RLT-Format WhiteBoxX wird der ganze Faust I in 100 Minuten von vier Darstellern gespielt werden.

Die WhiteBoxX ist ein puristischer, leerer, weißer Raum, für den es ein Regelwerk gibt, z.B. Regel 5: Die Kostüme der jeweiligen Aufführung müssen der im dargestellten Werk angelegten Zeit/Epoche entsprechen.

„Tom Gerber hat den meistzitierten Goethe-Klassiker mit Achtung, aber ohne lähmende Ehrfurcht inszeniert und verzichtet dabei erfreulicherweise auf jegliche Anbiederung ans jugendliche Publikum. Er verlangt höchste Aufmerksamkeit, die mit einer fesselnden Story belohnt wird, die über 200 Jahre nach ihrer Entstehung noch genauso aktuell die jugendliche Lebenswelt trifft.“ (Wiesbadener Kurier)

Im Zentralabitur 2020

Eintrittskarte – Einzelpreis:

19,00 € – 17,00 € – 14,00 €

Fotos: Marco Piecuch