„Verlieben Sie sich niemals in ein wildes Geschöpf“, sagt sie zu ihrem Nachbarn Fred.

„Frühstück bei Tiffany“, der unglaublich erfolgreiche, US-amerikanische Film von 1961 mit Audrey Hepburn, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Truman Capote. Es ist die Geschichte einer hinreißend verrückten Frau auf der Suche nach Freiheit, Glück und Liebe in der flirrenden Atmosphäre von New York City – die Klänge von „Moon River“ im Ohr.

Mit ihrer riesigen Sonnenbrille und der gezielt künstlich wirkenden Perücke sieht sie aus wie Lady Gaga. Holly Golightly ist Kunstfigur, geschaffen von ihr selbst. Stark wirkt sie in ihrer gekünstelten Leichtigkeit. Als Audrey Hepburn in edler Designerkleidung ging ihr Bild in die Filmgeschichte ein. Die Burghofbühnen-Regisseurin Nadja Blank aber spürt in ihrer Inszenierung auch der Frau hinter der IT-Girl Fassade nach, findet sie ungeschminkt mit straff nach hinten gebundenen Haaren im Krankenbett.

Holly Golightly, jung, sexy, mysteriös, ist Exzentrikerin mit großem Freiheitsdrang: Sie flirtet mit den Männern, geht mit ihnen aus, lässt sich von ihnen den luxuriösen Lebensstil finanzieren. Partys und Playboys, viel Oberfläche, wenig Tiefgang und keine Verpflichtungen. Fred, der in seinem winzigen Apartment unter Hollys Wohnung versucht, als Schriftsteller über die Runden zu kommen, verliebt sich natürlich in sie. Er will die andere Holly kennenlernen – eine Frau mit Ängsten, Unsicherheiten und Sehnsüchten, aber Holly will sich darauf nicht einlassen. Dann taucht auch noch ein Mann aus Hollys früherem Leben auf …

„Doch Mut gehört nun mal zur Bühne und Mirko Schomberts Team setzt gleich aufs Ganze und wählt das literarische Original statt das Filmscript als Ausgangspunkt. Das ehrt das Buch Capotes und ehrt die Burghofbühne.“

(NRZ)