„WIE ÜBERFÜLLUNG STRENGE FASTEN ZEUGT, SO WIRD DIE FREIHEIT, OHNE MASS GEBRAUCHT, IN ZWANG VERKEHRT.“

Ein maßloses Bühnenspektakel aus munterem Klamauk, beißendem Humor & einer tragischen Geschichte.

Mit dieser Produktion fragt die Shakespeare Company Berlin jetzt: »Wie spielt man in Zeiten der Pandemie Theater?« Die Idee der Maßlosigkeit im Spiel auf der Bühne ist derzeit außer Kraft gesetzt oder finden wir eine Möglichkeit, unsere Spielfreude und die Nähe zueinander und zum Publikum auf andere Weise auszudrücken? Wir denken, die Buffonen werden einen Weg finden und Sie können das Experiment miterleben!

Zum Stück: „Wie geht gutes Regieren?“ – das ist die Frage. Denn Wien droht im Chaos zu versinken! Ringsum Verfall der Sitten, Unzucht und Korruption! Dem Herzog reicht’s, aber selbst aufräumen will er den verkommenen Laden nicht. Also gibt er den Job an den Tugendbold Angelo ab und macht sich zum Schein aus dem Staub. Der Neue greift energisch durch und lässt die Freudenhäuser schließen. Um allen zu zeigen, was die Glocke geschlagen hat, verurteilt Angelo den jungen Claudio zum Tod, weil dessen Verlobte ein unehelich gezeugtes Kind von ihm erwartet. Nun fleht die keusche Isabella um ihres Bruders Leben. Doch als Preis fordert Angelo dafür eine Liebesnacht mit ihr. Isabella ist geschockt, Claudios Leben scheint vertan. Jetzt muss erneut der Herzog ran, um alles wieder einzurenken. Ein Spiel beginnt, voll List und Täuschung, dem niemand ohne Schramme entkommt …

In lauer Sommernacht unterm Sternenzelt nehmen seltsam grell geschminkte Gestalten die Bühne in Besitz – Buffone, ähnlich Clowns aus anderer Zeit – und wollen mit ihrer boshaften Freude am schlechten Zustand der Welt noch das schrecklichste Geschehen durch maßloses Spiel begreifen. Leichtsinnigen Spaß finden sie in Shakespeares Szenen voll burlesker Komik, doch von den tragischen Momenten sind sie tief berührt. Die Inspiration für seine bittere Liebeskomödie hat William Shakespeare in biblischen Legenden und alten Novellen Italiens gefunden und sie mit politischen Erörterungen seiner Zeit über das gerechte Herrschen verknüpft: Wie lässt sich das Verhältnis von Einzelnen und Gesellschaft maßvoll regulieren? In der Inszenierung von Matthias Grupp entsteht aus dem Spiel ein aktueller Kommentar zu unserer Gegenwart, wo hehre Ansprüche an Macht, Gesetz und Moral – nach wie vor – auf unzählige Widersprüche treffen …

Die Shakespeare Company Berlin, erstmals in Zusammenarbeit mit dem Vorstadttheater Basel, nimmt sich eines aufregenden Meisterwerkes an, das von der explosiven Spannung zwischen tiefster Tragödie und irrwitzigem Possenspiel lebt. Daraus schlägt das mit Shakespeares Spiellust bestens vertraute Ensemble Funken und nähert sich mit Hingabe den Abgründen und Höhen menschlichen Handelns: komödiantisch leicht, poetisch, mitunter derb, in überraschenden Verwandlungen und immer musikalisch virtuos.

Eintrittspreis – Einzelkarte:
19,00 € – 17,00 € – 14,00 €

Fotos: Axel Lauer

Link zum Trailer der Aufführung

Vorbericht zur Aufführung im BBV vom 15.10.2010