Gäste kommen an, Gäste reisen ab, Leben stehen an Wendepunkten, Menschen stecken in Krisen, „die Hoteltür dreht sich, schwingt, schwingt, schwingt…“.

In einem Hotel treffen Menschen unterschiedlichster Fasson aufeinander. Sie alle suchen das Glück, können es jedoch nicht finden: Die alternde russische Primaballerina Grusinskaja verliebt sich in den verarmten Baron von Gaiern, der mittlerweile als Trickbetrüger sein Dasein fristet. Der durch eine Kriegsverletzung entstellte und morphiumsüchtige Dr. Otternschlag lebt als Dauergast in dem Hotel und wird von Selbstmordgedanken geplagt. Neuester Zugang im Hotel ist der todkranke Buchhalter Otto Kringelein, der alle Brücken zu seinem alten Leben abbrechen will, aber plötzlich seinem ehemaligen Generaldirektor Preysing gegenübersteht. Zu guter Letzt treibt sich in der Eingangshalle ein junges Mädchen, Flämmchen genannt, herum, das sich als Mietsekretärin und Aktmodell verdingt.

Im Verlauf von 24 Stunden treffen diese Menschen aufeinander und ihre Schicksale verknüpfen sich. Manche von ihnen finden ein kurzes Glück, andere schlittern in die Katastrophe – sie alle stellen ihr bisheriges Leben in Frage und versuchen, sich neu zu erfinden.

Vicki Baum zeichnet ein Panoptikum scheiternder Figuren im Großstadtflair. Die Inszenierung lässt mithilfe beliebter Lieder aus dieser Zeit, live gesungen, ein facettenreiches Gesellschaftsportrait der „Goldenen Zwanziger“ entstehen.

„Menschen im Hotel“ (1929) ist Vicki Baums bekanntester Roman. Für ihn recherchierte sie als Zimmermädchen in luxuriösen Hotels. Der Roman wurde ein Bestseller und mehrfach verfilmt.

Fotos: Björn Hickmann/Stage Picture