„Wenn Woyzeck mordet, dann ist es, als habe nicht sein Opfer, sondern er selbst diesen Mord zu erleiden, … denn er tötet Marie, das Kostbarste, das einzige, das er auf dieser Erde hat: ‚Sie war doch ein einzig Mädel … Und doch möcht ich den Himmel geben, sie noch einmal zu küssen.'“ (Georg Hensel, Spielplan)

Soldat Franz Woyzeck tut sich schwer. Mit Gelegenheitsjobs will er sein Gehalt aufbessern, um für Marie, die er liebt, und ihr uneheliches Kind sorgen zu können. Doch so sehr er sich müht: Der Hauptmann schikaniert ihn und seine Freundin flirtet heftig mit dem attraktiven Tambour-Major – ein Mann wie ein Baum. Was kann er ihr dagegen bieten? Um sie zu halten, lässt er sich auf ein merkwürdiges Experiment ein, das ihn zu einer Erbsendiät verpflichtet und Geld einbringen soll. Dafür muss Woyzeck sich die Demütigungen des Arztes gefallen lassen. Marie gibt indessen den Avancen des Tambour-Majors nach. Die Affäre spricht sich schnell herum, und Woyzeck wird zur Zielscheibe des öffentlichen Hohns. Als er Marie beim Tanzen sieht, sind die Stimmen in seinem Kopf schon sicher, was zu tun ist. Ein Messer kaufen. Marie in den Wald locken. Sie erstechen.

Georg Büchners dramatisches Fragment »Woyzeck« ist eins der ersten Sozialdramen, geschrieben im Vormärz. Darin spiegelt sich eine auseinanderdriftende Gesellschaft, denn es sind die Menschen um ihn, Hauptmann, Doktor, Tambourmajor, denen er ausgeliefert ist, denen er sich nicht entziehen kann.

Die Reihe »WhiteBoxX« des Rheinischen Landestheaters widmet dem Literaturklassiker

»Woyzeck« eine puristische Inszenierung.

Fotos: Marco Piecuch

Eintrittspreise:
19,00 € – 17,00 € – 14,00 €