Thriller mit konzertanter Zither
Das Stadttheater Bocholt brachte einen Thriller auf die Bühne des St.-Georg-Gymnasiums. Das „Motown-Theater“ aus der „Motor-Town“ Wolfsburg war angereist. „Der dritte Mann“ – ursprünglich ein Film aus den späten 1940er Jahren von Graham Greene – war als spannend inszenierte Neuproduktion für das Theater angepriesen worden.
Wien in der Nachkriegszeit. Die vier Besatzungsmächte hatten die Stadt nach dem Vorbild Berlins aufgeteilt. Der Schwarzmarkt blühte. Einer der mysteriösesten Schieber ein Harry Lime (im Film damals Orson Welles) wurde gleich zweimal bestattet. Die erste Beerdigung war getürkt mit einer falschen Leiche. Beim zweiten Anlauf ging es dann tatsächlich um den Ganoven selbst. Schnipsel vom Film wurden eingestreut und machten das Ganze ein bißchen spannend. Ansonsten wurde in braver Manier ohne wesentliche Höhen und Tiefen durchgespielt. Zwei mitreißende Akteure des Abends waren der sehr wandelbare Nebendarsteller Robert Zimmermann und Johannes Schubert mit einer im klassischen Sinne konzertanten Zither.
Eine entscheidende Szene war dann aber doch komplett unterschiedlich im Vergleich mit dem Film. Das wurde erst im allerletzten Moment der Theateraufführung deutlich, als die Freundin des Ganoven und dessen Jugendfreund Arm in Arm die Bühne verließen. Im Film dagegen meiden die Beiden sich spektakulär und verlassen das Geschehen diametral. Was ist rätselhafter? Eine „unanswered question“ für den Heimweg. Charles Ives ließ grüßen.









