Eine Hommage auf Hildegard Knef
Bühne frei für Leben und Werk einer großen Diva
Warum eigentlich wird die Knef das Teuflische nicht los, mochte man sich angesichts einer Produktion des Borchert-Theaters aus Münster im Drosselsaal des Textilwerkes am vergangenen Donnerstag fragen. In den 1950er Jahren bereits gab es einen bundesweiten Aufschrei wegen ihrer angeblichen sexuellen Freizügigkeit. Später war sie wegen ihrer Abwanderung in die Vereinigten Staaten erst recht unten durch. Keine Rede hierzulande von ihren grandiosen Erfolgen am Broadway, ihren Bestsellern, ihren Chansons, die bei Bewunderern „rote Rosen regnen“ ließen. Dabei war ihr dramatisch schöner und unschuldiger erster Film von 1946 aus einer Trümmerlandschaft heraus ein erstes bedeutendes Meisterwerk. Jetzt also in Bocholt „Der Teufel und die Diva“ so der Titel des Stückes von dem Autorenehepaar Röder und Breinersdorfer, beide eher geläufig als Autoren von Tatort-Krimis.
Niclas Kunder als Teufel zitierte zwar Goethes Faust mit „jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Gespielt wurde aber eher das teuflische Alter Ego des Adrian Leverkühn von Thomas Mann, wo der Belzebub die Rollen der unterschiedlichsten Lebenspartner des Protagonisten – in diesem Fall der Hildegard Knef – einnimmt. Schauspielerisch war das unterhaltsam, vom Buch her aber eher plakativ.
Ivana Langmajer als Hildegard Knef und Stephanie Rave als Klavierbegleiterin hätten alleine mit den Chansons schon das Zeug zu einem bravourösen Duoabend gehabt. Dabei bedurfte es nicht der rauchigen Stimme des Vorbildes, vielmehr entwickelte Langmaier eine sehr individuelle und dennoch authentische Interpretation der Chansons wie zum Beispiel bei »Aber schön war es doch« oder »Lass’ mich bei dir sein“ oder bei dem lang ersehnten „Rote Rosen“ am Ende. Das Teuflische verflüchtete sich zu guter Letzt auf eine spektakuläre Art und Weise, die nicht verraten wird. Nur soviel, die Knef wurde den Teufel los. Damit war ein schöner Abend spektakulär abgerundet.
Die Vorstellung fand auch den Weg ins BBV:



