Wir hatten Gelegenheit an der ersten öffentlichen Baustellenbesichtigung des Rathauses am Berliner Platz teilzunehmen. Die beiden Projektleiter des beauftragten Architekturbüros SSP AG, H. Bielefeld und H. Wessels führten die Besuchergruppe durch das Rathaus.
An verschiedenen Stationen wurden sowohl technische als auch ökologische Aspekte der Transformation des Gebäudes in die Zukunft erläutert. Es wurde festgestellt, dass eine gute Bausubstanz vorhanden ist. Allein aus ökologischen Gründen sei eine Transformation, das Wort Sanierung wird bewusst nicht verwendet, sinnvoll. Im Gebäude ist eine sog. CO2-Äquivalenz von 3.600 t verbaut; dies entspricht einer Waldfläche in der Größe von 440 Fußballfeldern. Energieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik sichern eine nachhaltige Bewirtschaftung des neuen Rathauses. Dies wird konsequent auch für die Fassaden- und Beschattungstechnik fortgeführt. Eine 2-fach-Verglasung mit heute möglicher Glastechnik reduziert deutlich den Wärmeschutz (U-Wert von aktuell 2,73 auf 1,0) bei optimierten Kosten; eine 3-fach-Verglasung würde keinen großen Mehrwert (U-Wert 0,7) bringen, hätte aber erhebliche Auswirkungen auf die Gebäudestatik, die nur großem Kosten- und Zeitaufwand abgefangen werden könnten.
Mit zusätzlichen Aufzügen wird die Barrierefreiheit gewährleistet. Ein Dokumentensafe erleichtert die Abholung wichtiger Dokumente auch außerhalb der Öffnungszeiten. Flexible Raumstrukturen verhindern eine festgefahrene Nutzung des Gebäudes. Durch diese Multifunktionalität sind auch andere Nutzungen der Gebäudeflächen möglich. Der Ratssaaal Aurillac wird nach außen hin vergrößert und erlaubt damit sowohl eine bessere und transparentere Abhaltung der Ratssitzungen als auch anderer Veranstaltungen.
Für das Stadttheater ist besonders erfreulich, dass endlich die bereits bei der Erstplanung vorgesehene Hinterbühne realisiert wird. Auch die Bühnentechnik wird digitalisiert und im Bühnensaal sind mehr Rollstuhlplätze sowie angepasste Fluchtwege vorgesehen – alles im Einklang mit dem Denkmalschutz.
Nach eigenen Aussagen hat die SSP AG bereits viele ähnlich gelagerte Projekte bundesweit erfolgreich umgesetzt. Die Projektleiter der SSP AG sprachen hier ebenfalls von einem tollen Projekt und sind sehr zuversichtlich, dies mit der Zielmarke Mitte 2027 abschließen zu können.
Das Stadttheater Bocholt würde sich auch im Interesse des Publikums freuen, wenn dieses ambitionierte Projekt so umgesetzt werden kann und die derzeitigen Unzulänglichkeiten im Kulturleben der Stadt Bocholt beseitigt sind.
Weitere Eindrücke und Infos sind auf dem Videokanal der Stadt Bocholt zu finden.

















