Bericht im BBV vom 6.1.2026 Herbert Sekulla:
Virtuos und rhythmisch: Konstantin Reinfeld und Benyamin Nuss entführten das Publikum beim 31. Bocholter Neujahrskonzertmit ihrer Musik nach Brasilien.
Es ist nur ein kleines Instrument, aber es zeigt große Wirkung. Konstantin Reinfeld bewies auf dem 31. Bocholter Neujahrskonzert in der vollbesetzten Aula des St.-Josef-Gymnasiums in Bocholt, was alles aus einer Mundharmonika herauszuholen ist. Unter dem Titel „Vientos del Sur“ hatten Reinfeld und sein Partner Benyamin Nuss (Klavier) für die Bocholter ein wirklich außergewöhnliches Neujahrskonzert vorbereitet. „Wir haben uns lange auf diesen Termin gefreut“, sagte Reinfeld zu Beginn des Konzerts.
Extra für dieses Konzert hatte sich das Duo Unterstützung aus Hamburg geholt. Amanda Josephine Bailey, Laila Nysten (Violinen), Yağmur Atagür (Viola), Ester Puig (Violoncello), Omar Rodriguez Calvo (Bass) und Rafael Müller (Drums) erwiesen sich als fantastische Ergänzung für Reinfeld und Nuss. Für das Bocholter Publikum ein spezieller Musikgenuss. „So ein Konzert in dieser Besetzung wird es nicht mehr geben“, sagte Reinfeld. Der rote Faden dieses Konzerts zog sich, wie im Titel Südwinde schon angekündigt, durch südliche Rhythmen und führte das Publikum hauptsächlich nach Brasilien. Choro, Samba und Bossa Nova bis zur Musica Popular Brasileira. Schon der Einstieg in das Konzert mit einer Komposition von Sérgio Mendes (Berimbau/Consolação) zeigte die ungewöhnliche Virtuosität und das perfekte Zusammenspiel mit den Hamburger Musikern.
„Wir hatten nicht viel Zeit, das Ganze einzustudieren, erst gestern haben wir geprobt, und das geht nur mit absoluten Profis“, sagte Reinfeld. Nuss und Reinfeld, die vor acht Jahren angefangen haben zu musizieren, bewiesen, dass sie zu einer perfekten Einheit zusammengewachsen sind. Unterstützt durch die Soli von Omar Rodriguez Calvo und Rafael Müller. Eine absolute freie Improvisation lieferte Müller bei der Rhythmusorgie „Manhã de Carnaval“ von Luiz Bonfá ab. Das Publikum honorierte aber nicht nur die Leistung des Schlagzeugers, sondern die aller Musiker mit einem donnernden Applaus. Amanda Josephine Bailey und Laila Nysten, die eine Zeit lang keinen Einsatz hatten, zeigten durch ihre Körpersprache, dass ihnen der Rhythmus unter die Haut ging. Und im Publikum dürfte es bei dem einen oder anderen genauso gewesen sein.
Den dazugehörigen Gesang hatten die Damen ebenso übernommen. Fließender rhythmischer Übergang zu der Komposition „Aquarela do Brasil“ von Ary Barroso, die ebenso vom Publikum gefeiert wurde. „Damit machen wir jetzt den ganzen Abend weiter“, sagte Reinfeld. Was wäre ein Konzert über Brasilien ohne die berühmte Komposition „Mas Que Nada“ von Sérgio Mendes, die durfte am Samstagabend in Bocholt nicht fehlen. „Wir spielen das Stück in einer völlig anderen Version“, sagte Reinfeld. Gleichwohl flossen hier die Rhythmen wunderbar von der Bühne. Der Applaus des Publikums sprach für sich. Fazit: Ein außergewöhnliches Konzert mit wunderbaren Rhythmen, welches das Publikum als einmaliges Erlebnis mit nach Hause nehmen durfte.
BBV vom 6.01.2026


